Vertrauen zurückgewinnen: PR in Zeiten von Misstrauen & Fake News

Vertrauen zurückgewinnen: PR in Zeiten von Misstrauen & Fake News

Feb 21, 2024 | Newsroom

  • 36. Tasting Talk am 16.02.2024
  • Kristina Pilkinton (Mynewsdesk) stellt neue Studie zu PR & Kommunikation in Deutschland vor
  • Anschlussdiskussion mit Nico Kunkel (Talentscout in der Kommunikationsbranche)

Vertrauen hat für den Journalismus, die Medien und die gesamte Kommunikationsbranche eine enorme Bedeutung. Nur wenn den Kommunikatoren vertraut wird, kommen Botschaften an und werden Informationen als solche angenommen. Der gezielte Einsatz von Fake News, Clickbaiting und Framing sowie eine neue Masse an Meldungen und Kommunikatoren in der digitalen Welt, sorgen für eine unübersichtliche Gesamtsituation, in der vor allem eins leidet: Das Vertrauen.

In einer fragmentierten und polarisierten Gesellschaft sorgt dies für enorme Herausforderungen für Medienschaffende. Wie kann dieses Vertrauen zurückerobert werden und ist dies überhaupt noch möglich? 50% unserer Zuschauer waren sich darüber am Freitagnachmittag unsicher, während 18% gar angaben, die Medien hätten ihr Vertrauen bereits verspielt. 35% waren dagegen positiver gestimmt und überzeugt, dass die Medien im Jahr 2024 ihr Vertrauen wieder herstellen können.

Wie die Unternehmenskommunikation ihren Teil zu dieser Entwicklung beitragen kann, haben wir mit unseren Gästen besprochen. Diese waren bei unserem 36. Tasting Talk Kristina Pilkinton, Country Managerin bei Mynewsdesk, und Nico Kunkel, Talentscout in der Kommunikationsbranche. Fachkundig moderiert wurde der Talk von Dr. Jörn Krieger, freier Medienjournalist bei Broadband TV.

Die Aussagen der Experten im Überblick:

Kristina Pilkinton, Country Managerin bei Mynewsdesk, stellt die Veränderungen in der PR- und Kommunikationsbranche auf Basis einer hauseigenen Studie dar, die „PR in Zeiten von Misstrauen und Fake News“ unter die Lupe nahm. Bei dieser Studie wurden persönliche, organisatorische und gesellschaftliche Aspekte der Kommunikation untersucht. Sie hält fest: „Die Experten sind sich einig, dass in einem immer schneller veränderten und komplexen Umfeld, Unternehmen mehr Wert auf Kommunikation legen müssen, um ihre Zielgruppen zu verstehen und für diese relevant zu bleiben.“ Daher würden sich auch mehr Kommunikatoren mehr Einfluss in den Unternehmen wünschen – in der Realität bekommen sie dazu jedoch nicht genügend Vertrauen von ihren Führungskräften geschenkt.

Der gesellschaftliche Kontext sei herausfordernd. Der Bericht zeige jedoch, dass die deutschen Kommunikationsfachleute werteorientiert arbeiten: „Sie möchten und sie können in ihren Unternehmen einen positiven Einfluss ausüben. Dasselbe gilt auch für den Einfluss auf die Gesellschaft im Allgemeinen“. Um dies umzusetzen, brauche die Kommunikation jedoch Priorität im Unternehmen. Es gehe darum „authentischen Content zu verbreiten“, über „Studien, Beweise und Fakten“ Vertrauen aufzubauen und einem „roten Faden“ in der Kommunikation zu folgen. Das sehe sie aktuell zu selten und übte Kritik an den Marktakteuren: „Kommunikatoren fokussieren sich zu oft auf ihr eigenes Unternehmen und hören gar nicht so richtig zu: was interessiert eigentlich meine Zielgruppe?“.

Nico Kunkel, Talentscout in der Kommunikationsbranche, sieht durch Social Media und die neue Vielfalt der Kanäle eine Demokratisierung der Medien. Durch die gleichzeitige Fragmentierung der Gesellschaft, sei das Vertrauen in Medien und viele öffentlichen Instanzen jedoch geschwächt. Daraus schlussfolgerte er durch die veränderte Gesamtsituation eine „höhere Verantwortung für das, was ich kommuniziere“. Besonders PR definierte er in dem Zusammenhang als „Beziehungsarbeit“ und sieht darin Pflicht und Chance der Kommunikatoren zugleich, wichtiges Vertrauen wieder aufzubauen. Die Erwartung, junge Talente können im digitalen Umfeld die Lösung sein, bremste er jedoch. Diese seien zwar „an die neue Medienrealität“ gewohnt und hätten „unverbrauchtere Gedanken und weniger Ballast“, seien aber nicht grundsätzlich die besseren Kommunikatoren: „Nicht jeder junge Mensch ist ein Talent, der die Welt aus den Angeln heben kann“.

Um die gesellschaftlichen Herausforderungen der Fragmentierung und Polarisierung zu lösen, sei „Kommunikation ein Schlüssel“. Verschiedene Mediennutzungen und „parallele Kanäle“ führen zu „unterschiedlichen Realitäten“. Daher brauche es ein „funktionierendes Mediensystem“, das die Gesellschaft zusammenführe. Dies sei eine „strategische Aufgabe für alle Generationen“ und nur mit diversen Kommunikationsteams zu lösen. In diesem Zusammenhang stimmte auch er Jörn Krieger zu, der in einem leidenschaftlichen Statement für Medienkompetenz, Transparenz und das grundsätzliche Hinterfragen von Quellen und Informationen warb.

Auch der 36. Tasting Talk endete mit der obligatorischen Weinempfehlung von Gastgeber Florian Leiber. Zum Wochenende empfahl er einen Gewinner der MUNDUS VINI Goldmedaille: Einen Riesling aus dem Jahr 2020 des Weinguts Michael Schroth aus Grünstadt-Asselheim. Der Weißwein aus der Pfalz begeistert mit einem sommerlichen Geschmack nach Zitrus- und Limettenfrüchten.

Kontakt

Stefan Susbauer

Kerstin Grimm

Geschäftsführerin Apfel Programm Marketing GmbH & Co. KG

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Apfel Programm Marketing GmbH & Co. KG
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