Kinder beteiligen, Medien stärken – Wie Partizipation Angebote besser macht

Kinder beteiligen, Medien stärken – Wie Partizipation Angebote besser macht

Sep. 23, 2026 | Newsroom

Kinder fragen konkret und direkt Partizipation von Kindern in Medien

Der 49. Tasting Talk widmete sich am 18. September 2026 der Frage, wie Kinder und Jugendliche stärker in die Mediengestaltung einbezogen werden können und welche Themen sie tatsächlich beschäftigen.

Unter dem Leitgedanken „Was wollen Kinder wirklich wissen?“ diskutierten Diana Jung vom KiKA, Sarah Schaschek von ZEIT LEO und Udo Lihs von FragFINN gemeinsam mit Moderator Dr. Jörn Krieger darüber, wie wichtig der direkte Austausch mit jungen Zielgruppen für Medienangebote ist.

Kinder gestalten bei KiKA aktiv mit 

Diana Jung gab Einblicke in den Kinderredaktionsrat des KiKA. Seit 2023 können sich Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren für das Gremium bewerben und ein Jahr lang aktiv an der Programmgestaltung mitwirken. In regelmäßigen Online-Sessions und persönlichen Treffen tauschen sie sich mit verschiedenen Redaktionen aus und bringen ihre Perspektiven unmittelbar in die Arbeit des Senders ein. 

Kinder fragen konkret und direkt 

Ein zentrales Ergebnis des Talks: Kinder beschäftigen sich häufig mit denselben großen Themen wie Erwachsene, stellen ihre Fragen jedoch aus einer ganz eigenen Perspektive. 

Sarah Schaschek von ZEIT LEO berichtete, dass Kinder Themen häufig sehr klar auf den Punkt bringen und besonders wissen möchten, wie es anderen Kindern geht. Bei Themen wie Krieg oder Frieden interessieren sie sich beispielsweise dafür, wie Kinder in betroffenen Regionen leben, ob sie zur Schule gehen oder draußen spielen können. 

Auch bei ZEIT LEO fließen die Einschätzungen der jungen Zielgruppe deshalb konsequent in die redaktionelle Arbeit ein. Der Kinderrat bewertet unter anderem Coverideen und hilft bei der Entwicklung von Themen und Interviewfragen. Die Kinderperspektive kann dabei ganz neue Schwerpunkte eröffnen und Fragen hervorbringen, die Erwachsene zunächst nicht im Blick haben. 

Von KI bis Krieg: Was Kinder im Netz beschäftigt 

Udo Lihs zeigte anhand von FragFINN, wie vielfältig die Informationsbedürfnisse von Kindern sind. Neben Haustieren und Ländern gehören auch gesellschaftliche und politische Themen zu den Suchanfragen. Wenn Wahlen oder Kriege die öffentliche Diskussion bestimmen, suchen Kinder gezielt nach verständlichen Informationen dazu. 

Ein besonders relevantes Thema ist derzeit Künstliche Intelligenz. Die FINNreporter beschäftigen sich unter anderem mit Deepfakes, KI-generierten Bildern und der Frage, welche Auswirkungen die Technologie auf Berufe haben könnte. Dabei zeigt sich erneut die sehr konkrete Kinderperspektive: Wie erkennt man, was im Internet oder Fernsehen noch echt ist? Werden Schauspieler oder Synchronsprecher künftig noch gebraucht? Und erkennt ein autonom fahrender Bus überhaupt ein kleines Kind? 

Beteiligung bedeutet, Kinder ernst zu nehmen 

Der Talk verdeutlichte zudem, dass echte Partizipation über das reine Abfragen von Meinungen hinausgeht. Wer Kinder nach ihrer Einschätzung fragt, sollte bereit sein, ihre Antworten ernst zu nehmen und tatsächlich in die eigene Arbeit einfließen zu lassen. Diana Jung betonte, wie klar Kinder ihre Haltungen formulieren können und dass Beteiligung nur dann glaubwürdig ist, wenn daraus auch Konsequenzen entstehen. 

Das gilt auch für kontroverse Themen. Ob Politik, Sexualität oder gesellschaftliche Konflikte: Die Gesprächsrunde zeigte, dass Kinder häufig sehr offen und neugierig an solche Fragen herangehen. Aufgabe der Medien ist es, ihnen altersgerechte Informationen, unterschiedliche Perspektiven und verlässliche Orientierung anzubieten. 

Der 49. Tasting Talk machte deutlich, welchen Mehrwert der kontinuierliche Austausch mit Kindern für Medienunternehmen und Redaktionen bietet. Junge Zielgruppen möchten nicht nur Inhalte konsumieren, sondern verstehen, hinterfragen und mitgestalten. Wer ihre Perspektive frühzeitig einbezieht, kann Angebote entwickeln, die näher an ihren tatsächlichen Interessen und Informationsbedürfnissen liegen und gleichzeitig Medienkompetenz und Beteiligung stärken.